Deutsche Kurzbahnmeisterschaften im Schwimmen

18. – 20. November 2016  in Remscheid

Es war wieder einmal soweit: Der erste Wettkampfhöhepunkt der Schwimmer in der neuen Saison stand an – die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften (DKM). Einmal mehr war Nordrhein-Westfalen Gastgeber dieses Events, das abermals im Remscheider Sportbad stattfand. Die Gastgeber hatten schon mehrere Meisterschaften ausgerichtet, was einen reibungslosen und routinierten Ablauf versprach._einlauf-kampfrichter
Bei den DKM waren erfreulicherweise auch einige deutsche Paralympics-Starter von Rio 2016 der zu erleben, was sicher gut und wichtig für den Schwimmnachwuchs hinsichtlich Vorbildwirkung war. Unter anderem waren Verena Schott (Berlin, ehem. BV Leipzig), Emely Telle, Daniel Simon (beide Berlin), Tobias Pollap sowie Hannes Schürmann (beide Leverkusen) im Kampf um die _anfeuernKurzbahnmeistertitel dabei.  Mitkämpfen um gute Platzierungen, Finalteilnahmen und die begehrten Medaillen plus Meistertitel wollten natürlich auch Schwimmer vom BV Leipzig. Wenn letzteres nicht möglich war, dann stand zumindest die Zielstellung, mit guten persönlichen Leistungen wieder nach Hause zu fahren.
Zahlenmäßig war das neunköpfige Team aus Leipzig allerdings schon im Voraus etwas gehandicapt. Wichtige Stützen des Teams wie die Jugendsportler Peggy Sonntag (wegen Krankheit) oder Florian Haaré (konnte aus schulischen Gründen kaum trainieren) mussten der DKM 2016 fern bleiben. Dafür verstärkte der mehrfache Paralympics-Teilnehmer und –Medaillengewinner Geert Jährig das Team nach Jahren der Abstinenz diesmal als aktiver Athlet der Masters-Klasse._max-1-platz
Nach einer knapp fünfstündigen Anreise begannen die Wettkämpfe bereits am Freitagnachmittag. Den ersten Start für das BVL-Team hatte Max Gelhaar, der über 100m Schmetterling gleich eine persönliche Bestzeit hinlegte. Er verbesserte sich um etwa eine Sekunde und kam mit seiner Zeit als Dritter der offenen Klasse auf das Siegerpodest.  Der Start in den Wettkampf schien also gelungen.  Auf der 200m Kraul-Strecke legte Max kurz darauf gleich nach und sicherte in einer guten Zeit den ersten Titel für sich und den Verein._geert-1-platz_2
Dritter Wettkampf des Freitagnachmittags waren die 50m Brust; hier war der Großteil der des Teams am Start. Für Anne-Christin Hoffmann, Nachwuchsschwimmer Viktor Schubert, Marcel Ernst und Geert Jährig war dies der Wettkampfauftakt. Leider gelang dieser nicht übermäßig gut. Keiner der Sportler konnte hier Bestzeiten erzielen, Marcel „fabrizierte“ einen Frühstart und wurde folglich disqualifiziert, während Viktor leider knapp über Bestzeit blieb, aber dennoch Platz drei in der Jugend C belegte. Auch Anne und Geert waren mit ihren Resultaten nicht so ganz zufrieden, erreichten aber dennoch beide Gold bei den Masters._anne-1-platz
Am Samstag war dann durch die Vielzahl der zu absolvierenden Starts „Großkampftag“ angesagt. Wiederum machte Max den Anfang. Er verbesserte seine 200m Lagen–Bestmarke um drei Sekunden. Zufrieden war er dennoch nicht, da mehr drin zu sein schien. In Anbetracht der starken Leistungen der beiden vor ihm platzierten, sowie der nachfolgenden Schwimmer war Bronze in der offenen Wertung sein wohlverdienter Lohn.
Eine gewisse Unzufriedenheit blieb bei Max im weiteren Wettkampfverlauf erhalten, da er zwar Saison- und auch einige absolute Bestzeiten schaffte, aber oft der entscheidende „Punch“ und ein Quäntchen Stehvermögen fehlten. Beim dritten Start über 400m Kraul wurde es deutlich: Max wurde zwar in neuer Bestzeit Deutscher Kurzbahnmeister 2016, doch seine Siegerzeit von 5:24,91 min. passte nicht so recht zur guten Zeit über die 200m Zeit vom Vortag (2:34,47 min.)._max-und-eric
Die 200m Rücken entschied Max ebenfalls für sich und holte damit seinen 3. Kurzbahnmeistertitel.  Drei Titel für ihn und den BV Leipzig – das ist trotz angesprochener Reserven schon eine bemerkenswerte Leistung.
Altmeister Geert Jährig gewann über die gleiche Strecke die Masterskonkurrenz und zeigte so manchem Nachwuchssportler wie schnell man auch in etwas höherem Sportleralter noch sein kann. Mit den 100m Kraul zum Ende des Vormittagsabschnittes stiegen dann auch alle anderen BVL-Schwimmer ins Wettkampfgeschehen ein.  Viktor schwamm ein mutiges Rennen, mit schnellem Angang, schrammte aber leider wie am Vortag ganz knapp an einer neuen Bestzeit vorbei. Das Üben der Wenden kristallisierte sich dabei als wichtige Aufgabe des Trainings in der nächsten Zeit heraus. Alexander, Marcel und Anne konnten hier sehr gute Zeiten und/oder Platzierungen erreichen.  Marcel Ernst steigerte seine Bestzeit um mehr als zwei Sekunden und zeigte, in welch einer guten Form er zum Wettkampf anreiste und ließ Hoffnungen auf weitere Bestleistungen aufkeimen. Anne wurde auch hierbei wieder Deutsche Mastermeisterin._claudia-marcel_ricky-irina-marcel
Am Samstagnachmittag waren noch 50m Rücken, 100m Lagen und 100m Brust an der Reihe.  Von diesem Abschnitt sind besonders die 50m Rücken von Geert Jährig und die Leistung von Marcel Ernst über 100m Brust positiv zu erwähnen. Geert schlug über die kurze Rückendistanz nach respektablen 36,81 Sekunden an, bekam dafür immerhin 504 Punkte. Marcel machte über die 100m Brust Ernst — und damit seinem Namen alle Ehre 😉 — drückte seine eigene Bestmarke erstmals unter 1:30 min. (Zeit: 1:28,95 min.), was ihm ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zauberte.
Am Sonntag, dem letzten Wettkampftag gab es noch einmal Licht und Schatten. Max war bei seinen Starts über 50m Kraul und 100m Rücken nicht so schnell wie gewünscht, wurde aber im Mehrkampffinale über 400m Kraul in neuer Bestzeit (5:23,83 min.) Zweiter und belegte auch in der Gesamtwertung des Großen Mehrkampfes den zweiten Platz. Viktor konnte sich endlich über Bestzeiten freuen: Dies gelang ihm über 50m Kraul (0:48,44 min.) sowie über 200m Brust (5:35,29 min.). Anne-Christin, Marcel und Alexander („Ricky“) schwammen jeweils gute Zeiten über 50m Kraul._mannschaft
Marcel war auf der 200m Brust-Strecke wieder so schnell wie noch nie vorher unterwegs, hatte es beim Start allerdings erneut zu eilig, was die zweite Disqualifikation zur Folge hatte. Geert ließ über 100m Rücken nochmal alte Klasse aufblitzen und kam mit 1:19,24 min auf immerhin 510 Punkte und wurde zum fünften Mal Deutscher Mastersmeister._geert-goldmedaillen
Nach einem anstrengenden Wochenende ist zusammenfassend zu sagen, dass in den kommenden Wochen und Monaten viel Arbeit vor Sportlern und Trainern liegt, um an offensichtlichen Reserven weiter zu arbeiten und den noch vorhandenen Sand aus dem Getriebe zu bekommen. Zwar konnten Max mit je drei Gold- und Bronzemedaillen, dazu Silber im Mehrkampf sowie Anne-Christin und Geert mit je fünf Titeln im Mastersbereich zeigen, dass man in Leipzig gut und schnell zu schwimmen versteht, doch fehlt es im Jugendbereich insgesamt an Masse mit Klasse. Großes Ziel für vor allem für die jüngeren ist die Teilnahme an den Internationalen Deutschen Meisterschaften 2017 in Berlin, für die sich mancher erst noch qualifizieren muss._mannschaft_2

Teilnehmer der Deutschen Kurzbahnmeisterschaften 2016:

Sportler:        Anne-Christin-Hoffmann (Masters)
Alexander Riekes (offene Klasse)
Geert Jährig (Masters)
Marcel Ernst (offene Klasse)
Max Gelhaar (offene Klasse)
Viktor Schubert (Jugend C)

Trainer/Betreuer:   Claudia Knoth (Teamchefin)
Irina Scholich (Physio)
Eric Werner (Trainer)

Ausschreibung DKM 2016