Op uw plaatsen ...fertig los!
Freitag, 20. Januar 2006.
Gegen 14:00 Uhr MEZ passiert eine Gruppe von 13 Personen mit dem Zug unbemerkt die deutsch- holländische Grenze.
16 weitere Personen schaffen dies zur gleichen Zeit mit dem Auto.
Ihr Ziel: Die Stadt Deventer im Osten des Landes.
Ihr Auftrag: Die Double Dutch Open.
Mehr als acht Stunden Anfahrt und Holland hat uns wieder. Beim Betreten der Bungalows mit ausgebauten Dachgeschoss scheinen die zwei Jahre,
die seit unserem letzten Aufenthalt vergangen sind, auf einen wesentlich kürzeren Zeitraum zu schrumpfen. Die Inneneinrichtung hat nichts von ihrem ursprünglichen Charme verloren
und auch bei der Verpflegung ist man froh, alte Gewohnheiten nicht aufgeben zu müssen. Doch die Zeit ist zu kurz, um tatsächlich alles aufzuessen,
denn bereits nach weniger als einer Stunde fährt der Bus zur Schwimm- und Turnhalle. Wie auch in den nächsten Tagen verläuft diese Fahrt dank einer guten Organisation
der Veranstalter reibungslos und ohne Zwischenfälle.
Vor De Scheg abgesetzt, erinnern wir uns auch wieder an den merkwürdigen Namen, das Spaßbad und die damit verbunden Erlebnisse,
die Essensausgabe in der Turnhalle und vereinzelt auch an das Wettkampfbecken. Da es bis zum Betreten des zuletzt genannten aber noch mehrere Stunden sind,
wird das Abendbrot vorgezogen. Bei Abgabe der Essensmarke erhält man dann etwas, das irgendwie zum Namen der Sportstätte passt und auf jeden Fall sehr gesund ist.
Zwei Stunden später beginnen die Double Dutch Open. Das Besondere an diesem Wettkampf sind die verschiedenen Sportarten, die gleichzeitig und unter einem Dach
ausgetragen werden. Wie der Name der Veranstaltung bereits andeutet, handelt es sich dabei um zwei Disziplinen: Schwimmen und Sitzvolleyball.
Im Laufe der letzten Jahre sind noch Rollstuhlbasketball und Rollstuhltennis dazugekommen.
Der einprägsame Name hat sich jedoch nicht verändert
und wird auch in den kommenden Jahren traditionell so bleiben, wenn auch sicherlich noch mehr Sportarten Interesse an diesem Wettkampf zeigen.
Die Schwimmer des BVL halten sich natürlich meist nur im und am Wasser auf. Die Organisatoren haben für Freitagabend die Vorläufe über
50 Meter Freistil und 50 Meter Rücken vorgesehen und fast alle der Leipziger Schwimmer haben sich für eine dieser Strecken gemeldet.
Wegen unserer Zugverbindung werden wir allerdings auf die Finale am Ende der Veranstaltung verzichten müssen. Aber bis dahin haben wir viel vor.
Nach diesem Abschnitt, den vor allem Phillip Portisch, Benny Altmann und Martin Schulz mit besonders guten Zeiten beenden, transportiert uns der
Bus wieder auf scheinbar ewig langen und ebenen Straßen zurück in unserer Unterkunft.
Auch die Sitzvolleyballer genießen die kurze Ruhezeit. In den nächsten Tagen werden sie auf die Mannschaften aus Norwegen, Slowenien und den Niederlanden treffen.
Nach einer von Temperaturextremen verkürzten Nacht treffen sich alle Leipziger Schwimmer, das sind neben den drei Jungs die Trainer Anke Tanz und Peggy Czaja
und die Sportlerinnen Anja Faber, Anne-Kristin und Jördis Hoffmann, Claudia Knoth, Susann Roscher, Lisanne Schneider, Verena Schott und Stefanie Weinberg.
Phillip Portisch startet jedoch nicht für den BVL, sondern für die Jugendauswahl des DBS.
Der zweite Wettkampftag verspricht angesichts der Temperaturen in der Halle tropisch zu werden. Weil die niedrigen Startklassen und auch die weniger trainierten
Starter für die langen Strecken, wie 400 Meter Freistil viel Zeit benötigen, werden unsere Geduld und unser Sitzfleisch stark strapaziert.
Da wir aber über reichlich Wettkampferfahrung verfügen, wissen wir, dass auch das längste Warten mal ein Ende hat und so kommen ordentliche Zeiten,
aber auch Bestleistungen zustande. Unterbrochen von einer Mittagspause setzt sich das Programm bis zum späten Nachmittag hin, fort. Die Medaillen,
die hier nicht durch eine Siegerehrung verliehen werden, können von den Sportlern selbst abgeholt werden. Besonders viel Spaß bereitet die dabei notwendige
Kommunikation, die aus einer Mischung aus Englisch, Deutsch und Flämisch besteht. An dieser Stelle kommt der internationale Gedanke der Veranstaltung zum tragen,
denn es sind nicht nur Vertreter der eben genannten Nationen anwesend, auch Mannschaften aus Russland, Belgien, Italien, Ägypten,
Nigeria, der Slowakei und der Ukraine starten bei den Double Dutch Open.
Der Abschluss des Samstages bildet traditionell ein Abend im Spaßbad, den wir wegen der vielen blauen Flecken und Blessuren vom letzten Mal noch gut in Erinnerung haben.
Und auch diesmal ist die Anziehungskraft der Rutschen mindestens genauso groß wie die der Erde und auch diesmal bildet der Vordermann ein Hindernis,
für das es sich nicht zu bremsen lohnt.
Doch auch dieser Abend geht ohne größere Verletzungen vorbei und im Hinterkopf hat man immer den nächsten Tag, der mindestens noch einen Start bereit hält.
Dank der weitaus zügigeren Wettkampfgestaltung als an den Vortagen, schaffen wir sogar noch die 100 Meter Lagen, den letzten Wettkampf vor dem Finale.
Äußerst angetan von dieser glücklichen Fügen, zeigen wir auch hier wieder Bestzeiten.
Nachdem die letzten Medaillen abgeholt, die verlorenen Handschuhe gefunden und alle Mützen aufgesetzt wurden, fahren wir als eine der ersten Mannschaften zum Bahnhof.
Eine kurze, aber mit allen Ehren durchgeführte, Auswertung bestätigt, dass sich das harte Training der letzten Wochen gelohnt hat, was sich vor allem bei den Jungs zeigt.
Aber auch die weiblichen Starter können mit ihrer Leistung zufrieden sein.
Die Sitzvolleyballer des BVL belegten in Deventer den vierten Platz und wurden somit beste ausländische Mannschaft. Die Plätze eins bis drei blieben in den Niederlanden,
die mit ihrer Nationalmannschaft und zwei weiteren Auswahlmannschaften antraten.
Als wir am späten Abend Leipzig erreichen, sind zumindest alle Schüler froh, dass die Freistellung außer dem Freitag auch den Montag beinhaltet.
Lisanne Schneider
Anke Tanz
BVL
Double Dutch Open 2006
Leipziger im Land der Tulpen
Am Wochenende den 20.-22.01.06 fahren 24 Mitglieder des BV Leipzig zu den Double Dutch Open nach Deventer / Niederlande.
Unterstützt werden sie von sieben Schlachtenbummlern, die dieses Ereignis nicht verpassen wollen. Unsere erfolgreichsten
Sportler wie Stefan Wischnewski, Claudia Knoth und Christian Goldbach, die bei den letzten Paralympics teilnahmen, sind wieder mit dabei.
Die Sitzvolleyballer treten mit neun Sportlern aufs Parkett. Ihr Ziel ist es natürlich, den fünften Platz von 2004 zu verteidigen.
Als ersten Höhepunkt bezeichnen elf Schwimmer diese Veranstaltung. Philip Portisch hat nun auch den Sprung in den nationalen Bereich geschafft und
startet bei den Double Dutch Open in der Nachwuchsmannschaft der Abteilung Schwimmen des DBS. Für unsere Nachwuchsschwimmer der Jugendnationalmannschaft
Stefanie Weinberg und Martin Schulz ist dies der erste Versuch im Jahr, sich für die Nationalmannschaft zu qualifizieren.
Viel Glück allen Sportlern und viel Spaß in Holland.
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letzte Änderung: 29.02.2012