Hier erhalten Sie Informationen über das Sportschwimmen mit einer Behinderung. Dabei werden die Wettkampfregeln sowie die
Klassifikation kurz vorgestellt.
Schwimmen für Behinderte
Der Schwimmsport - eine der ältesten Disziplinen des Behindertensports - hat seine Ursprünge in der Physiotherapie und der Rehabilitation.
Der Leistungssport hat seit der Nachkriegszeit eine enorme Eigendynamik entwickelt und bei den Paralympics gehören die
Schwimmwettkämpfe neben den Ausscheidungen in der Leichtathletik zu den größten und beliebtesten Programmpunkten.
Die besonderen physikalischen Eigenschaften des Wassers ermöglichen es den Athleten unabhängig vom Grad der Behinderung, die
Wettkämpfe ohne Prothesen oder andere technische Hilfsmittel zu bestreiten. Nur sehgeschädigte / blinde Athleten haben Anspruch auf taktile
Hilfen bei der Wende und beim Anschlag. Ansonsten gelten die Regeln des Internationalen Schwimmverbandes (FINA), lediglich beim Start
gibt es bei entsprechender Behinderung die Möglichkeit, aus dem Wasser zu starten.
Streckenangebot
Die große Anzahl von Startklassen macht unabdingbar, die anzubietenden Wettkampfstrecken einzuschränken. Je tiefer ein Sportler in einer
Startklasse ist, desto weniger Fertigkeiten beherrscht er, desto weniger Strecken werden in seiner Startklasse auch angeboten.
| Startklasse | internationale angebotene Strecken |
| S 1 | 50 F | 100 F | | 50 R | 50 B | | |
| S 2 | 50 F | 100 F | 200 F | 50 R | 50 B | | 150 L |
| S 3 | 50 F | 100 F | 200 F | 50 R | 100 B | 50 S | 150 L |
| S 4 | 50 F | 100 F | 200 F | 50 R | 100 B | 50 S | 150 L |
| S 5 | 50 F | 100 F | 200 F | 50 R | 100 B | 50 S | 150 L |
| S 6 | 50 F | 100 F | 400 F | 100 R | 100 B | 50 S | 200 L |
| S 7 | 50 F | 100 F | 400 F | 100 R | 100 B | 50 S | 200 L |
| S 8 | 50 F | 100 F | 400 F | 100 R | 100 B | 100 S | 200 L |
| S 9 | 50 F | 100 F | 400 F | 100 R | 100 B | 100 S | 200 L |
| S 10 | 50 F | 100 F | 400 F | 100 R | 100 B | 100 S | 200 L |
| S 11 | 50 F | 100 F | 400 F | 100 R | 100 B | 100 S | 200 L |
| S 12 | 50 F | 100 F | 400 F | 100 R | 100 B | 100 S | 200 L |
| S 13 | 50 F | 100 F | 400 F | 100 R | 100 B | 100 S | 200 L |
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Wettkampfbestimmungen
 |
Der Deutsche Behindertensportverband e.V. (DBS) , das Nationale Paralympische Committee (NPC), richtete sich nach den Regeln des International
Paralympic Committee (IPC), mit Einschränkungen nach den Regeln und Bestimmungen der Federation Internationale de Natation Amateur (FINA) und den
Wettkampfbestimmmungen (WB) des Deutschen Schwimm Verbandes e.V. (DSV). |
Freistilschwimmen
| Freistil bedeutet, dass der Schwimmer in einem so bezeichneten Wettkampf jede Schwimmart schwimmen kann, mit der Ausnahme, dass in einer Lagenstaffel
oder im Lagenschwimmen jede andere Schwimmart außer Brust, Schmetterling oder Rücken geschwommen werden darf. |
 |
Beim Wenden bzw. beim Zielanschlag muss der Schwimmer die Wand mit einem beliebigen Teil seines Körpers berühren. Während des ganzen Wettkampfs
(außer 15 Meter nach Start und Wende) muss ein Teil des Schwimmers die Wasseroberfläche durchberechen.
Rückenschwimmen
Der Sportler muss während des gesamten Wettkampfes und nach jedem Abstoß von der Wand sich in Rückenlage befinden. Ein Teil des Körpers
muss während des ganzen Wettkampfs (außer 15 Meter nach Start und Wende) die Wasseroberfläche durchberechen.
Es wird aus dem Wasser gestartet. Dem Schwimmer kann dabei bei entsprechender Behinderung geholfen werden. Dabei müssen die Füße / Beine die
Wand berühren. Bei der Wendenausführung kann eine Rollbewegung des Körpers um weniger als 90 Grad aus der Normallage heraus enthalten.
 |
Ein mit der Wendenausführung zusammenhängender Einzel - oder simultan ausgeführter Doppelarmzug darf zur REinleitung der Wende ausgeführt
werden. Sobald der Körper die Rückenlage verlassen hat, darf kein Beinschlag oder Armzug mehr ausgeführt werden, die nicht mit der Wendenausführung
zusammenhängen |
Beim Zielanschlag muss sich der Schwimmer in Rückenlage befinden. Der Körper des Schwimmers darf dabei untergetraucht sein.
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Brustschwimmen
Alle Bewegungen der Arme und Beine müssen gleichzeitig und in einer gleichen waagerechten Ebene ausgeführt werden. Die Hände können über der Wasseroberfläche
nach vorn gebracht werden, die Ellenbogen müssen dabei unter Wasser bleiben. Ausnahme bildet der letzte Armzug vor dem Anschlag an die Wand. Die Hände
dürfen nicht weiter als bis zur Hüfte nach hinten gebracht werden. Schwimmer mit betroffenen Beinen und / oder Füßen müssen simulane Bewegungen in der
waagerechten Ebene andeuten. Beim Beinschlag müssen die Füße bei der Rückwärtsbewegung auswärts gedreht werden. Bewegungen in Form eines
Delphinbeinschlages kann nur ausgeführt werden, wenn kein regelgerechter Beinschlag möglich ist. Nicht funtionsfähige Beine können hängengelassen oder
geschleppt werden.

Nach dem Start und nach jeder Wende darf der Schwimmer vollständig untergetaucht einen vollen Armzug bis zu den Oberschenkeln und einen Beinschlag
machen, bevor er an die Wasseroberfläche zurückkehrt. Der Kopf muss die Wasseroberfläche durchbrechen, bevor sich die Hände am weitesten
Öffnungspunkt der Arme im zweiten Armzug nach innen drehen. Ist eine Arm nicht funktionsfähig, so besteht ein Zyklus aus den verbleibenden
Körperteilen und deren Vollendung einer Bewegung.Hat eine Schwimmer keine Arme oder Beine oder Reste dieser, so deutet der Kick oder der zu
erwartende Armzug den Zyklus an.
Bei jeder Wende und am Ziel muss der Schwimmer mit beiden Händen gleichzeitig anschlagen. Hat ein Schwimmer unterschiedlich lange Arme, so muss
er beim Anschlag nur mit dem längeren Arm die Wand berühren. Allerdings müssen beide Arme gleichzeitig nach vorn gebracht werden. Sind die
Gliedmaßen kürzer als der Kopf, so reicht ein Anschlag mit einem vorderen Körperteil aus. Blinde und stark sehbehinderte Schwimmer haben mitunter
Probleme, mit beiden Armen gleichzeitig anzuschlagen. Um ihnen keinen unfairen Nachteil zu gewähren, dürfen sie in Ausnahmefällen den Anschlag
nicht sinultan ausführen.
Schmetterlingschwimmen
Beide Arme müssen nach hinten gleichzeitig unter und nach vorn gleichzeitig über Wasser bewegt werden. Fehlt ein Teil oder der ganze Arm, so besteht
der Armzug aus der verbleibenden Bewegungen der restlichen Teile. Hat der Schwimmer keine funktionsfähigen Arme, so wird die Bewegung durch den
Beinschlag ausgeführt. Blinde und stark sehschwache Schwimmer können, aufgrund fehlender Sicht, Schwierigkeiten mit dem Nachvornebringen der
Arme durch das nahe Schwimmen an der Leine haben und somit kurzzeitig die Bewegungen nicht simultan machen. Allerdings dürfen sie sich nicht
an der Leine entlangziehen und sollten binnen der nächsten Züge von der Leine wegschwimmen.
Alle Bewegungen der Füße und Beine müssen gleichzeitig ausgeübt werden, gleichzeitige Auf- und Abwärtsbewegungen der Beine in senkrechter
Richtung sind erlaubt. Eine Brustbeinbewegung sowie Wechselbeinschläge sind nicht erlaubt. Hat ein Schwimmer keine oder keine funktionsfähigen Beine, so
muss er diese hinterherziehen.
| Vor Beginn des ersten Armzugs nach dem Start und nach der Wende muss der Körper in Brustlage und die Schulter parallel zur Wasseroberfläche gehalten
werden. Dem Schwimer ist es erlaubt, auch in Seitenlage bis zu 15 Meter unter Wasser zurückzulegen. |
 |
Nach jedem Start und nach jeder Wende ist es
Schwimmern, die nicht in der Lage sind sich mit den Beinen abzustoßen, erlaubt, einen asymetrischen Zug zu machen, um sich in Brustlage zu bringen.
Hat ein Schwimmer unterschiedlich lange Arme, so muss er beim Anschlag nur mit dem längeren Arm die Wand berühren. Allerdings müssen beide
Arme gleichzeitig nach vorn gebracht werden. Sind die Gliedmaßen kürzer als der Kopf, so reicht ein Anschlag mit einem vorderen Körperteil aus.
Bei den Wenden und dem Zielanschlag können Schwimmer ohne Beinfunktion einen halben Armzug durchführen, um die Wand zu berühren ohne
über die Wasseroberfläche zu kommen (Brustarmzug). Blinde und stark sehbehinderte Schwimmer haben mitunter Probleme, mit beiden Armen
gleichzeitig anzuschlagen. Um ihnen keinen unfairen Nachteil zu gewähren, dürfen sie in Ausnahmefällen den Anschlag nicht sinultan ausführen.
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Lagenschwimmen
Beim Lagenschwimmen hat der Sportler die Teilstrecken in folgender Reihenfolge zu bewältigen: Schmetterling, Rücken, Brust, Freistil. Bei den 150 Meter
Lagen werden die drei Schwimmarten Rücken, Brust und Freistil geschwommen.
Start

Zu Beginn des Wettkampfes fordert der Schiedsrichter die Schwimmer durch mehrere kurze Pfiffe auf, sich bereit zu machen. Ein folgender ,
langgezogener Pfiff zeigt an, dass die Schwimmer auf den Startblock Aufstellung nehmen sollen. Rückenschwimmer oder im Wasser startende Schwimmer
springen ins Wasser und halten bis zum Startpfiff mit mindestens einer Hand Kontakt zur Wand. Sehbehinderte Sportler dürfen nach diesem Signal schon
auf dem Startblock die Startpositzion einnehmen. Sobald die Schwimmer und Kampfrichter auf den Start vorbereitet sind, gibt der Schiedsrichter dem Starter
ein Zeichen, mit dem ausgestreckten Arm. Auf das Kommando des Starters "Auf die Plätze" nehmen die Schwimmer sofort ihre Starthaltung ein.
Wenn alle Schwimmer sich ruhig verhalten, gibt der Starter das Startsignal.
Folgende Startmöglichkeiten sind je nach Fähigkeiten des Sportlers möglich:
| |
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- Wasserstart
- neben dem Block
- auf dem Block sitzend
- vom Block mit Hilfe
- vom Block |
 |
Staffeln
Die Staffel einer Manschaft wird durch die Punktzahl der Startklassen der jeweiligen Schwimmer berechnet (Bsp. S 10 = 10 Punkte; S5 = 5 Punkte).
Dabei werden drei Staffeln unterschieden:
| - 20 Punkte | (die Summe aller Sportler (S10 - S1) darf 20 Punkte nicht überschreiten) |
| - 34 Punkte | (die Summe aller Sportler (S10 - S1) darf 34 Punkte nicht überschreiten) |
| - 49 Punkte | (die Summe aller Sportler (S11 - S13) darf 49 Punkte nicht überschreiten) |
Sonderregelungen
Blinde und stark sehbehinderte Sportler bekommen vor der Wende und dem Zielanschlag ein taktiles Signal, damit sie die Entfernung zur Wand
einschätzen können. Dies nennt man "Tappern".
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letzte Änderung: 05.02.2008