- Werner v. Siemens Cupe 2007 -
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18.Werner v. Siemens Cup am 05. u.06.05.2007 in Hamburg

Sitzvolleyballer von Fortuna im Stich gelassen

Die Leipziger Sitzvolleyballer des Behindertensportvereins Leipzig sind bei dem traditionsreichsten Volleyballturnier in Hamburg nun schon ein erwünschter Stamm- gast. Auch bei diesem größten Vereinsturnier Deutschland sorgten das jüngste Team des Turniers, das mit seinen 4 Juniorenauswahlspielern antrat, die vor einem Monat bei den 2. Weltmeisterschaften der Junioren in Brasilien eine Bronzemedaille gewannen, für Spannung. Als sie die Spieler die Staffeleinteilung lasen, haderten sie mit dem Gastgeber, wurden sie doch mit einer sehr starken Mannschaft aus Bosnien-Herzegovina und Leverkusen in eine Staffel eingeteilt und die Möglichkeit das Halbfinale zu erreichen schien fast aussichtslos. Eine holländische Mannschaft (Voller Leersum), eine Standvolleyballmannschaft der Bundeswehr Universität und das holländische Nationalteam der Damen (Paralympicsieger und Weltmeister) waren die weiteren Gegner der Sachsen. Nur die ersten beiden Mannschaften erreichten das Halbfinale , also eine äußerst schwierige Aufgabe. In der anderen Staffel war der amtierende Deutsche Meister Berlin und ein weiters Team aus Bosnien die klaren Favoriten. Den Mannschaften aus Cottbus, Magdeburg und Hamburg, dem erstmalig in Deutschland antretenden Team aus England, sowie der deutschen Nationalmannschaft der Damen wurden nur Außenseiterchancen eingeräumt. Gleich im ersten Match überraschten die Spieler um Kapitän Marko Schmidt das bosnische Team mit einer modernen und schnellen Spielweise. Erst am Satzende schwächelten die Leipziger und verloren diesen. Wer nun glaubte, dass damit deren Widerstand gebrochen war, irrte sich. Da nur 2 Sätze gespielt wurden, bahnte sich beim Satzball für Leipzig eine überraschung an, aber leider ging der Satz denkbar knapp mit 26:24 an die Spieler aus dem Lande des Weltmeisters. Die Mannschaft der Universität Bundeswehr, verstärkt durch 2 routinierte Spieler aus Nienburg war ein ernstzunehmender Gegner, trotzdem gewannen die Leipziger souverän. Die 19 Punkte die der Gegner im ersten Satz gewannen, sollten sich später negativ bemerkbar machen und den Weg in das Halbfinale versperren. Jetzt wartete mit Leverkusen der 17 - fache Deutsche Meister und Vizemeister des Vorjahres, der mit 5 A- und einem Junioren-Auswahlspieler antrat, auf die Spieler des BVL. Die Leipziger waren sehr motiviert, wollten sie doch erstmalig einen Sieg gegen den Abonnementsmeister erspielen, dementsprechend spielten sie auch auf. Lange wehrten sie sich im ersten Satz in dem hochklassigem und dramatischen Spiel, doch setzten sich die Leverkusener in der Endphase durch. Zu Beginn des zweiten Satzes war aber keinerlei negative Auswirkungen festzustellen, denn die Leipziger erkannten, dass an diesem Tag mehr möglich war. Jetzt trumpften Benjamin Oesch, Christoph Herzog und Stefan Wischnewski richtig auf und als Stefanie Langnau Nationalspieler Thomas Renger zweimal erfolgreich blockierte, war der Bann gebrochen. Zielsichere Aufgaben, schnelles Zuspiel, harte Angriffsschläge im Wechsel mit Zuspielfinten sowie maximaler Einsatz in der Feldabwehr führten 25:22 Satzgewinn. Schade, dass der Tiebreak nicht gespielt wurde … Den Leverkusenern gelang in den Gruppenspielen ein Satzgewinn gegen Zavidovici und sie verloren einen Satz gegen die starke niederländische Mannschaft Volleer (amtierender Meister der Niederlande). Die beiden anderen Gruppenspiele gewann das Team klar und deutlich gegen die Bundeswehr Uni und die Damen aus den Niederlanden. Auch die Leipziger gewannen noch die ausstehenden Spiele gegen die niederländischen Mannschaften , dann begann das große Rechnen. Leverkusen und Leipzig hatten die gleichen Punkte und das gleiche Satzverhältnis, aber Leipzig hatte 4 Spielpunkte zu viel abgeben müssen und verpasste den Einzug in das Halbfinale. In der anderen Gruppe schaffte die Mannschaft Ilidza ( Bosnien) die Überraschung und besiegte Berlin mit 2:0. Beide Teams setzten sich gegen die anderen Gruppengegner in erwarteter Manier durch und erreichten die Runde das Halbfinale In den Überkreuzvergleichen gewannen die beiden deutschen Teams ihre Spiele gegen die bosnischen Vertretungen, so dass nach langen Jahren erstmals wieder kein Team aus Bosnien im Finale stand. Während die Leverkusener in ihrem Spiel Ilidza keine Chance ließ, hatten die Berliner mit den Bosnieren große Mühe und gewannen nur knapp gegen Zavidovici. Leider waren wie schon oft die Spieler und Zuschauer der bosnischen Mannschaft schlechte Verlierer und haderten mit dem Kampfgericht und nur die Besonnenheit der niederländischen Schiedsrichter verhinderten den Eklat. Im Finalspiel kam es zur Wiederholung des Endspiels der Deutschen Meisterschaft 2006 und wieder gewannen die Spieler vom Paralympischen Sportclub (vorm. Berliner Brauereien) um Kapitän Steffen Barsch das Spiel. In diesem heiß umkämpften Endspiel setzte sich die größere Ausgeglichenheit der Berliner durch und sie gewannen erstmalig die Trophäe. Im Spiel um Platz 5 ließ das Team aus Leipzig Gastgeber Hamburg keinerlei Siegchance bei dem 2:0 Sieg, obwohl sie auch die Auswechselspieler zum Einsatz kommen ließ. Erwartungsvoll wurde der Turnierneuling aus Canterbury beäugt, doch mussten die Spieler von der Insel Lehrgeld zahlen, so blieb ihnen nur Rang 9. Es ist zu erwarten, dass in nächsten Jahren in Vorbereitung auf die Paralympics 2012 in London weitere Teams aus Großbrittanien die Turnierszene bereichern werden. Die deutschen Damen konnten in diesem Turnier nicht überzeugen und es gelang gegen die Männerteams nicht ein Satzgewinn. Auch im kurzfristig anberaumten Testspiel gegen die Damen aus den Niederlanden, die sie kürzlich geschlagen hatte, blieb der Erfolg aus. In der deutschen Auswahl spielten mit Stefanie Langnau und Anett Wischnewski ebenfalls 2 Spielerinnen des BVL. Dem neuformierten Team vom Gastgeber Hamburg konnte man am Ende eine hervorragende Organisation und Durchführung eines sehr schönen Turniers bescheinigen, an dem auch die Schiedsrichter aus England, Niederlande und Deutschland einen großen Anteil hatte.

Tilo Garlin (BVL)



letzte Änderung: 28.02.2010