- Europameisterschaft 2009-
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Am 18. Oktober 2009 - starteten in Reykjavik (Island) die IPC swimming european
championchips - die Europameisterschaften im Schwimmen der Behinderten.
Mit dabei als sächsische Teilnehmer sind Verena Schott, Martin Schulz, sowie Swen Michaelis. Alle drei Sportler trainieren am Bundesstützpunkt Leipzig unter der Leitung von Anke Tanz.

3 Leipziger Sportler Ankunft Verena Schott Martin Schulz Swen Michaelis

Hier der erste Zwischenstand der Europameisterschaften der Behinderten im Schwimmen:

Silberner Auftakt für leipziger Behindertenschwimmer

Den Schwimmern vom Behindertensportverein Leipzig gelang bei den Europameisterschaften der Behinderten im Schwimmen ein Auftakt nach Maß: Allen voran Verena Schott übertraf über am ersten Tag der Wettkämpfe alle Erwartungen. Die 20jährige Wurzenerin verbesserte ihre persönliche Bestzeit über 400 Meter Freistil um 21 Sekunden und erkämpfte sich damit im Finale die Silbermedaille hinter Teamkollegin Kirsten Bruhn (Neumünster). „Bereits nach dem Vorlauf konnte ich die Zeit kaum glauben, war dann allerdings im Finale sogar nochmals in der Lage, mich um 3 Sekunden zu steigern – das war wirklich ein unvergesslicher Moment.“ schwärmt die frisch gebackene Vize-Europameisterin. Auch Heimtrainerin Anke Tanz ist begeistert. „Dieser enorme Leistungssprung war nicht zu erwarten; lässt sich aber auf Verena´s gute Trainingsarbeit im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften in diesem Sommer zurückführen“ versucht Tanz den Leistungssprung ihrer Athletin zu erklären. Daneben überzeugten Swen Michaelis und Martin Schulz mit persönlichen Bestleistungen, auch wenn es bei den Herren nicht zu Edelmetall reichte. Die beiden Kameraden, die sich ein Zimmer in Mannschaftshotel vor Ort teilen, sind jedoch zuversichtlich, dass sie in den kommenden Tagen auch um die begehrten vorderen Platzierungen mitschwimmen können. Michaelis, der über 400 Meter Freistil mit dem 4. Platz nur denkbar knapp am Podium vorbeischwamm, hofft auf seine Chance über 100 Meter Rücken, seiner Paradedisziplin, am kommenden Samstag (24.10.).

Mit dem nötigen Selbstvertrauen und dem Wissen um die gute Vorbereitung auf diesen Wettkampfhöhepunkt wollen die beiden auf der Erfolgswelle der deutschen Mannschaft mit reiten, welche mit 3 Gold- sowie jeweils einer Silber- und Bronzemedaille bereits am ersten Tag so erfolgreich in eine Europameisterschaft startete wie seit langem nicht mehr. „Die Stimmung im Team ist nicht zuletzt auch aufgrund der sportlichen Erfolge gelöst und sehr locker, trotz etwas beklemmender Zimmerenge im Hotel und eine warm-up-Pool im Freien, der bei den isländischen Außentemperaturen um den Gefrierpunkt bei uns Sportlern verständlicherweise nicht gerade für Begeisterung sorgt.“ weiß Aktivensprecher Michaelis via Internet-Telefon zu berichten.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Sportfreunde,

und schon wieder ist eine Medaille zu bejubeln - diesmal war Martin Schulz das Wunderkind: Silber über 200m Lagen.

Anbei der Bericht für die LVZ:

Leipziger Schwimmer weiter im Silberregen

Nach Verena Schott errang gestern Abend auch Martin Schulz bei den Schwimm-Europameisterschaften der Behinderten den Vize-Europameistertitel. Über 200 Meter Lagen musste sich der Youngster vom BV Leipzig nur dem Ukrainer Andriy Kalyna geschlagen geben. In einer Fabelzeit von 2:23,36 min schlug der unterarmamputierte Sportgymnasiast an und nahm anschließen überglücklich die Gratulationen der Teamkameraden und selbstverständlich die heiß begehrte Medaille entgegen. Es ist Schulzs´ erster großer internationaler Erfolg - nachdem er bei den Weltmeisterschaften im Dezember 2007 noch Lehrgeld zahlen musste, ist er nun in der Weltspitze angekommen. „Erstmals konnte ich im Vorlauf mit der Konkurrenz spielen, fühlte mich so gut wie nie zuvor.“ erinnert sich der 19jährige Schwimmer mit Freude an den gestrigen Tag. Gleichfalls erkämpfte er sich damit seinen Status als Bundeskader. Nach den Enttäuschungen der letzten Jahre, insbesondere der verpassten Nominierung zu den paralympischen Sommerspielen 2008, wo er unfein nachträglich ausgebootet wurde, haben sich nun die Trainingsmühen ausgezahlt.
Für die verbleibenden 5 Wettkampftage darf also noch auf weitere Erfolge derAthleten von leipziger Stützpunkt gehofft werden. Swen Michaelis und Verena Schott starten heute über die Sprintdistanz von 50 Meter Freistil, wobei Schott nach den bisher gezeigten Leistungen um die Podiumsplätze mitschwimmen kann.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Sportfreunde,

die Erfolgsserie der leipziger Nachwuchsschwimmer reißt nicht ab. AM gestrigen Wedttkampftag erkämpfte Verena Schott erneut hinter Teamkollegin Kirsten Bruhn ihre zweite Silbermedaille über 50 Meter Freistil. Martin Schulz führte mit einer überragenden Leistung über 100 Meter Brust die deutsche Lagenstaffel zu einer Bronzemedaille... besser kann es nicht laufen!

Medaillengarantin Schott mit Bronze

Am vierten Tag der Schwimm-Europameisterschaften der Behinderten erkämpfte Verena Schott nach jeweils Silber über 400 Meter sowie 50 Meter Freistil nunmehr "etwas überraschend" die Bronzemedaille über 200 Meter Lagen. Beim dritten Einzelstart der 20jährigen Athletin vom Behindertensportverein Leipzig erschwamm sie gleichfalls ihr drittes Edelmetall. Selbst kann sie diesen unglaublichen Erfolg kaum glauben. „Ich bin tod aber überglücklich“ berichtet die querschnittgelähmte Schwimmerin über Anstrengungen und Erfolge der vergangenen Wettkampftage. Auch Schott´s verbleibenden Wettkampfprogramm – 50 Meter Schmetterling, 100 Meter Rücken und 100 Meter Freistil - lässt noch weitere Erfolgsmeldungen aus Island als ziemlich wahrscheinlich erscheinen.

Und weiter gehts mit Erfolgsmeldungen aus Island...

Erfolgsserie reist nicht ab

Auch am fünften Wettkampftag der diesjährigen Schwimmeuropameisterschaften der Behinderten konnten sich leipziger Sportler erneut in Szene setzten. In "schon fast gewohnter" Routine schlug Verena Schott als Zweite hinter Landsfrau Kirsten Bruhn über 100 Meter Freistil an und errang damit ihre dritte Silbermedaille bei diesen Titelkämpfen.
Erstmals lies sich auch Swen Michaelis auf dem Podium feiern. Der 18jährige gebürtige Chemnitzer konnte über 100 Meter Freistil in neuer persönlicher Bestzeit den 3. Rang erkämpfen und sich damit in die lange Liste deutscher Medaillengewinner einreihen. Damit hat er es seinen beiden jüngeren Teamkameraden gleichgetan und sich seinen Status als Bundeskader gesichert. Vor den verbleibenden zwei Wettkampftagen kommen die drei Schwimmer vom leipziger Bundesstützpunkt im Behindertenschwimmer auf eine Erfolgsbilanz von 7 Medaillen – einer vorher für nicht realistisch erachtete Ausbeute.

Schlusspunkt:
11 auf einen Streich

Am vergangenen Sonntag (25.10.) gegen 17:45 Uhr war es soweit: die drei erfolgreichen Behindertenschwimmer des Bundesstützpunktes Leipzig kehrten von den diesjährigen Schwimmeuropameisterschaften der Behinderten mit 11 Medaillen im Gepäck aus der isländischen Hauptstadt Reykjavik in die Heimat zurück. Von Familie, Freunden und ihrer Heimtrainerin Anke Tanz wurden die Medaillengewinner am leipziger Hauptbahnhof in Empfang genommen. Noch immer kann Anke Tanz den Erfolg ihrer Sportler kaum fassen: „Natürlich habe ich auf persönliche Bestleistungen und vielleicht sogar einer Medaille meiner Sportler gehofft, kann mir selbst aber die überragenden Leistungen kaum erklären.“ So bedürfen auch diese positiven Erfolge der genauen Analyse, um sie in Zukunft wiederholen zu können. Eines weiß die Erfolgstrainerin aber gewiss – ohne finanzielle Unterstützung im Vorfeld der Meisterschaften, wie durch den Leipziger Förderverein Gesundheits- und Behindertensport e.V., wäre eine solch optimale Vorbereitung und die daraus resultierenden Erfolge undenkbar. Auch für die Zukunft hofft sie daher auf eine derartige Zusammenarbeit und Unterstützung, um weiterhin Medaillen – allen voran die fünf silbernen Exemplare von Verena Schott – bejubeln zu dürfen.
Die querschnittgelähmte Schwimmerin des BV Leipzig avancierte bei diesen Europameisterschaften mit insgesamt 7 Podestplätzen zum Superstar, auch wenn sie diesen Status selbst nicht wahr haben will. „Ich selbst muss diesen Erfolg erst einmal begreifen und verarbeiten, fühle mich aber keineswegs als Star oder sonstiges.“ stellt die 20jährige frisch gebackene Biologiestudentin fest. Ganze fünfmal musste sie sich mit dem Silberrang zufrieden geben – vier davon hinter ihrer wesentlich älteren Teamkollegin Kirsten Bruhn. „Aufgrund des Ehrgeizes, der nun mal in jedem von uns Sportlern schlummert, war ich anfänglich schon enttäuscht, dass es nie zu Gold gereicht hat; bin aber mittlerweile in Anbetracht der Unerwartetheit auch mit den Silbermedaillen mehr als zufrieden“, schmunzelt die amtierende 5fache Vizeeuropameisterin, die sich trotz eines fiebrigen Infekts am letzten Wettkampftag sowohl Silber über 100 Meter Rücken als auch Bronze in der 4 x 100 Meter Freistil-Staffel erkämpfen konnte.
Auch ihr Trainingskamerad vom BV Leipzig, Martin Schulz, konnte sich sowohl über Silber im Rennen über 200 Meter Lagen als auch Bronze mit der 4 x 100 Meter Lagenstaffel freuen. Bemerkenswert hieran ist, dass der einseitig unterarmamputierte Sportgymnasiast sich über den Staffelerfolg fast mehr freute als nach seinem Einzelerfolg. „Auch wenn das Rennen über 200 Meter lagen für mich sicher unvergessen bleiben wird, war es doch die Staffelleistung, die mir wohl ewig in Erinnerung bleiben wird – der grenzenlose Jubel des gesamtem Teams, die unfassbare Leistung, die man zu diesem Erfolg beigetragen hat und die Spannung dieser Entscheidung waren einmalig“, schwärmt der Nachwuchsathlet von dem Erlebten. Die deutsche Lagenstaffel konnte sich denkbar knapp vor dem spanischen Team überraschend den dritten Rang sichern. Schulz selbst steuerte mit einer nie für möglich gehaltenen neune Bestleistung über 100 Meter Brust einen wesentlichen Teil zu diesem Erfolg bei. „Mit dieser Zeit von 1:11 min hätte ich sowohl bei den Paralympics im vergangenen Jahr als auch bei dieser EM Silber geholt.“ Stellt er etwas wehmütig fest. Für Trauer besteht aber kein Anlass, lassen die gezeigten Leistungen doch auf eine vielversprechende sportliche Karriere hoffen.

Auch für Swen Michaelis hat sich der Ausflug in die isländische Metropole gelohnt. Er konnte sich über zwei Bronzemedaillen freuen und war zweifellos mit seiner eigenen Leistung mehr als zufrieden. So konnte sich der 28jährige Steuerinspektor trotz eines Kapselrisses im Fingergelenk, welchen er sich aufgrund eines unglücklichen Anschlags in einem der vorherigen Rennen zugezogen hatte, im Finale über 100 Meter Freistil sowie in seiner Paradedisziplin, den 100 Meter Rücken, einen begehrten Platz auf dem Podest erkämpfen. „Am ergreifendsten empfand ich den Jubel der gesamten Mannschaft nach meinem Anschlag über 100 Meter Freistil – ich brauchte nicht einmal auf die Anzeigetafel zu schaun, sondern konnte mir aufgrund der Freude meiner Teamkollegen sicher sein, eine Medaille errungen zu haben.“ Blickt der routinierte Schwimmer auf die vergangenen Tage zurück. Verantwortlich für den sportlichen Erfolg macht er dabei die neuen und anderen Trainingsreize, die sich aufgrund seines Wechsels aus Chemnitz zum Stützpunkt nach Leipzig ergaben, höhere Trainingsumfänge sowie nicht zuletzt auch die heißt diskutierten Schwimmanzuge, auch wenn letztere nur eine psychologische Wirkung ausüben sollten. So weiß er jedoch gleichfalls, dass auch die Konkurrenz von dem neuen Materialien gebrauch macht und einem dadurch kein Vorteil verschafft wird.
In drei Wochen werden sich die harte Vorbereitung und die tausenden Trainingskilometer erneut bezahlt machen. Dann geht das Erfolgstrio gemeinsam mit weiteren leipziger Behindertensportlern bei den internationalen Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal an den Start.

Daniel Clausner

Ergebnisübersicht:

Verena Schott:
400m Freistil 5:41,10 Platz 2  
100m Freistil 1:14,12 Platz 2  
100m Freistil 1:14,68 Platz 3 (Staffel)
50m Freistil 34,35 Platz 2  
100m Rücken 1:30,44 Platz 2  
100m Rücken 1:30,56 Platz 4 (Staffel)
200m Lagen 3:16,59 Platz 3  
50m Schmett 40,88 Platz 2  

Martin Schulz:
100m Schmett 1:04,91 Platz 7  
200m Lagen 2:36,32 Platz 2  
100m Brust 1:11,73 Platz 3 (Staffel)
50m Freistil 27,32 Platz 7  
100m Rücken 1:09,68 Platz 8  
100m Freistil 58,52 Platz 5  

Swen Michaelis:
400m Freistil 5:25,10 Platz 4  
100m Freistil 1:11,09 Platz 3  
50m Freistil 33,36 Platz 4             
200m Lagen 3:08,39 Platz 6  
100m Rücken  1:21,66 Platz 3  


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letzte Änderung: 28.02.2010