28. Internationale Meisterschaft 2014

IDM2014

Internationale Deutsche Meisterschaften im paralympischen Schwimmen

24. bis 27. April 2014 in Berlin

Die diesjährigen Internationalen Deutschen Meisterschaften der Schwimmer mit Handicap sind bereits wieder Geschichte.
Einmal mehr gaben sich Deutschlands Schwimmasse und die es noch werden wollen ein Stelldichein in der schönen Berliner Schwimm- und Sprunghalle im Europapark. Zu diesem Kräftemessen gesellten sich wie gewohnt viele andere Nationen (30), darunter die USA oder Großbritannien, welche mit ihren Top-Schwimmern anreisten.
Nachdem in Sachsen seit den Paralympics 2012 Sportler im Spitzenbereich rar gesät sind, standen unsere Nachwuchsschwimmer nun um so mehr im Fokus. Unterstützt von Martin Schulz, der als ehemaliger Schwimmer und nun Paratriathlet bei der IDM Wettkampfpraxis sammelte, reisten insgesamt 9 Aktive des BV Leipzig zu den Titelkämpfen.
Max-Gelhar
Für den BV Leipzig hatten sich Tom Meixelsberger (Jg.2001), Florian Haaré (Jg. 2000), Peggy Sonntag (Jg.1999), Laura Wrobel (Jg.1998), Max Gelhaar Marco Zwillus und Philipp Karausch (alle Jg.1997) sowie Martin Schulz (Jg.1990) und Alexander Riekes (Jg.1985) qualifiziert.
Begleitet wurden die Sportler vom Trainer-/Betreuerteam mit Claudia Knoth, Geert Jährig und Rainer Haaré (BVL) sowie Eric Werner (Paralympischer Trainingsstützpunkt Schwimmen) und Irina Scholich (Physiotherapeutin).
Schon der erste Tag begann erfolgreich für das BVL-Team: Max Gelhaar, Athlet am Paralympischen Trainingsstützpunkt Schwimmen in Leipzig, konnte sich über 200m Kraul und 100m Schmetterling für das Jugendfinale am Nachmittag qualifizieren und dabei jeweils eine Bronzemedaille aus dem Berliner Becken „fischen“. Über 200m Kraul gelang ihm dies zudem mit einer überzeugenden neuen persönlichen Bestzeit.
Der Auftakt war insofern gelungen, als das die Sachsen mit mehreren jungen Sportlern die Finals erreichten. Somit verteilten sich Erfolge auch auf mehrere Schultern. Dies sorgte für größere Zufriedenheit und eine ausgeglichene Atmosphäre im Team. Überhaupt gab es oft lautstarke Unterstützung von den Rängen für alle Starter, besonders für die Finalisten und einige von uns hatten nach den Finals mit heiserer Stimme zu kämpfen.Start
Etwas unglücklich verlief der erste Wettkampftag für Peggy Sonntag, die nach dem Vorlauf über 100m Rücken auf Platz drei liegend im Finale leider nur Fünfte und damit von den Medaillenrängen verdrängt wurde. Ähnlich erging es Laura Wrobel und Tom Meixelsberger, die nach guten Vorläufen über 100m Rücken und 100m Schmetterling im Finale jeweils auf dem undankbaren 4. Platz landeten. Positiv: Der erste Wettkampftag brachte viele Finalteilnahmen für die BVL-Youngster – insgesamt 7 an der Zahl.
Am zweiten Tag stieg dann Martin Schulz ins Geschehen ein.Start2 Er befindet sich momentan in der unmittelbaren Vorbereitung für die neue Wettkampfsaison im Triathlon, die im Mai beginnt. Um zu sehen, auf welchem schwimmerischen Niveau er sich momentan befindet, absolvierte er bei der IDM die Starts über 50m, 400m und 800m Kraul. Sein Ziel bestand darin, über 800m Kraul (ähnlich lang wie die Schwimmdistanz beim Triathlon) deutlich unter 10 Minuten zu bleiben. Dies konnte er in 9:49,72 min. erreichen und schwamm obendrein noch persönliche Bestzeit. Mit den punktbesten Becken-Schwimmern dieser Strecke konnte er bei der IDM zwar nicht ganz mithalten, doch es sprang immerhin Platz 10 in der offenen Wertung für ihn heraus. Zufrieden war er mit seiner Leistung trotzdem, verlief doch das Training in der Vorbereitung mit Schwierigkeiten infolge einiger krankheits- oder verletzungsbedingter Ausfälle nicht optimal. Max Gelhaar startete ebenfalls über diese Distanz und konnte seine persönliche Bestmarke um reichlich 20 Sekunden auf 11:37,50 min. verbessern.
Im Finalabschnitt am Nachmittag schwammen die Sachsen weiterhin auf der Erfolgswelle. Bei mehr Finalteilnahmen als am Vortag (9x durch 5 Sportler!) wurde eine weitere Plakette eingeheimst. Eine tolle Leistung zeigte Max Gelhaar über 200m Lagen, die er mit hervorragenden 3:08,05 min. als Dritter beendete und seine Vorlaufzeit damit um ca. 6 Sekunden steigerte. Sein drittes Edelmetall nahm er freudig entgegen.
Tag drei war dann der „Bronzetag“ der Meisterschaften,Laura-mit-Edelmetall an dem drei Sportler des BV Leipzig jeweils den dritten Platz im Finale einer Disziplin eroberten. Es begann mit unserer „Vielstarterin“ Laura Wrobel (10 Strecken), die über 400m Kraul in 6:29,93 min. Bronze und damit ihre erste „große“ Medaille in einem Jugendfinale überhaupt bei internationalen Deutschen Meisterschaften gewann. Überglücklich strahlte sie bei der Siegerehrung mit der Sonne Berlins um die Wette. Bronze Nr. 2 ging wiederum an Max Gelhaar, der in neuer persönlicher Bestzeit über 400m Kraul seine vierte Medaille bei diesen Meisterschaften gewann und ebenfalls zufrieden sein konnte. Aller guten Dinge sind drei, dachte sich dann auch Peggy Sonntag. Sie wurde Dritte über 50m in ihrer Lieblingsschwimmart, dem Brustschwimmen und war ebenso stolz und glücklich über ihren Erfolg. Bei allen Medaillenerfolgen der Jugendlichen muss erwähnt werden, dass Leipzig auch einen Finalteilnehmer in der offenen Klasse hatte: Martin Schulz gelang der Einzug in das B-Finale über 400m Kraul, dessen Erreichen bei der hochkarätigen internationalen Beteiligung allein schon ein Erfolg ist. An seine Bestzeit aus dem Vorjahr kam er zwar nicht ganz heran, doch war er mit 4:43,97 min. lediglich 2,5 Sekunden davon entfernt.
Am Abschlusstag gab es noch zahlreiche weitere Finalteilnahmen und damit wurde die Leipziger Bilanz weiter verbessert.
Doch nicht nur die Medaillenerfolge zeigten, dass es bei der BVL-Jugend weiterhin aufwärts geht. Alle Akteure, auch die die keine Medaille im Finale gewinnen konnten, machten positiv auf sich aufmerksam. Zum Beispiel qualifizierte sich Tom Schnell-schwimmenMeixelsberger, der derzeit noch in Chemnitz die Sportschule besucht, 7x für ein Finale und konnte in Berlin insgesamt 9 neue persönliche Bestzeiten aufstellen. Auch Marco Zwillus, Florian Haaré, und Philipp Karausch schwammen bei mehreren Strecken, auf denen sie am Start waren, persönliche Bestzeiten, zum Teil mit recht deutlichen Steigerungen um bis zu 8%.
Interessante Begebenheit neben dem Schwimmbecken:Mehrere ehemalige Schwimmer der Deutschen Nationalmannschaft, die seit den Paralympics 2012 in London ihren Rückzug von der internationalen Bühne verkündet hatten bzw. ihre leistungssportliche Karriere völlig beendeten, folgten einer Einladung der DBS-Abteilung Schwimmen nach Berlin. Verabschiedung-aus-der-Nationalmannschft,-Stefanie-Weinberg-und-Swen-MichelisEingebettet in die Wettkämpfe der idm 2014 erfolgte für diese Sportler die offizielle Verabschie- dung aus dem Nationalteam der Schwimmer. Unter ihnen auch Stefanie Weinberg und Swen Michaelis – beide mehr als ein Jahrzehnt mit dem deutschen Nationalteam unter-wegs sowie mehr-fache Teilnehmer und Medaillen-gewinner z. Bsp. bei Paralympics, Welt- und Europameister-schaften und weiteren internatio-nalen Großveran-staltungen.

Auch Martin Schulz wurde von den Schwimmern verabschiedet, nicht jedoch vom Leistungssport, da er im (Para-) Triathlon noch große Ziele ansteuern will.
Sie wurden von Bundestrainerin Ute Schinkitz sowie weiteren Vertretern des DBS während des Wettkampfes vor einem großem Publikum aus Zuschauern und zahlreichen Sportlern/Trainern mit kräftigem Applaus würdig verabschiedet und bekamen in Form von Fotocollagen einige Erinnerungen an ihre aktive Zeit im Nationaltaem überreicht.

Am Ende eines anstrengenden Wettkampfes überwog trotz aller Müdigkeit die Freude über einen gelungenen Wettkampf und insgesamt gute Meisterschaften aus sächsischer Sicht. Die Hoffnung, in nicht allzu ferner Zukunft wieder mit mehr Spitzenathleten an den Start gehen zu können, wächst.
Gratulation an die Sportler für die erreichten guten Leistungen!

Text und Fotos: Eric Werner/Geert Jährig
Wer will hat hier die Möglichkeit sich das Protokoll von der IDM 2014 anzusehen.

Laura-Wrobel,-Peggy-Sonntag-und-Max-Gelhaar
Laura-Wrobel,-Peggy-Sonntag-und-Max-Gelhaar

Für alle Schwimmer oder Zuschauer haben wir hier die komplette Auschreibung.

Das Programm zum drucken und lesen.

Traingsplan vor dem Wettkampf