29. Internatinale Deutsche Meisterschaften 2015 im paralympischen Schwimmen

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– 16. bis 19. April 2015 in Berlin –
Die Welt des paralympischen Schwimmsports traf sich vom 16.-19.04.2015 zu den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin. Aus über 40 Nationen, darunter Brasilien, Holland, USA, Kanada, Australien, Russland, Ukraine u. v. a. m., waren zahlreiche Spitzenschwimmer angereist, um ihre Kräfte im vorolympischen Jahr zu messen.
Doch ging es nicht nur um Weltspitzenleistungen bei diesem Wettkampf, sondern auch um Bestzeiten, gute Platzierungen und vielleicht auch um einen der begehrten Titel oder Medaillen bei den Jugendlichen. Deshalb waren auch die BVL-Schwimmer hochmotiviert in die Hauptstadt gereist, denn der Schwimmnachwuchs des Vereins rechnete sich schon die eine oder andere Chance aus im Jugendfinale ganz vorn mit dabei zu sein. Er wusste aber ebenso um die starke Konkurrenz vor allem aus Brandenburg, Berlin oder Nordrhein-Westfalen.
Das gesamte Team, bestehend aus den Sportlern Peggy Sonntag, Laura Wrobel, Max Gelhaar, Tom Meixelsberger, Florian Haaré, Viktor Schubert und Anne-Christin Hofmann hatte sich gut auf diese Meisterschaften vorbereitet. Betreut wurden die Sportler von den Trainern Claudia Knoth, Geert Jährig, Rainer Haaré und Eric Werner sowie der Physiotherapeutin Irina Scholich. Die Anspannung, welche sich mehr und mehr aufgebaut hatte, war förmlich spürbar._IMG_2809
Den Auftakt für unser Team machte Laura. Leider klappte es bei ersten Start, den 100m Schmetterling, noch nicht so wie erwartet, weil die Nervosität beim Tag ein der Meisterschaften doch noch etwas zu groß war. Aber schon bei den nächsten beiden Wettkämpfen zeigte sich, dass die Sportler gut in Form waren. Über 200m Kraul schwamm Tom Meixelsberger in 2:40,64 min. und mit sage und schreibe 12 Sekunden Steigerung eine sehr deutliche Bestzeit im Vorlauf. Damit war klar, dass er am Nachmittag im Jugendfinale noch einmal „ran durfte“. Peggy Sonntag machte es kurz danach ebenso gut und löste mit persönlicher Bestzeit über 100m Rücken das Finalticket.
Eine Premiere erlebte Max Gelhaar. Er startete in diesem Jahr erstmals bei den Männern in der_IMG_2916 offenen AK. War er in den vergangenen Jahren stets Starts vormittags im Vorlauf und nachmittags im Jugendfinale gewohnt, so reichten die Leistungen in diesem Jahr bei den Männern (noch) nicht für eine Finalqualifikation. Er erwischte aber ebenfalls einen guten Start, kam über 200m Kraul in Bestzeitennähe und über 100m Schmetterling in neuer persönlicher Bestzeit auf den 1. Platz in der Startklasse S 7.
Zu ihrem zweiten Start im Vormittagsabschnitt, über 50m Kraul, wollte es Laura dann wissen, denn nach den guten Ergebnissen der Teamkameraden wollte auch sie beweisen, dass sie gut trainiert hatte. Mit neuer Bestzeit und zufriedenem Gesicht kam sie wieder zurück aus dem schönen Berliner Schwimmbecken.
Anne-Christin Hoffmann, die erfahrenste Schwimmerin in Reihen des BVL, begann den Wettkampf auf der kurzen 50 Meter-Krauldistanz, die sie in ihrer Masterswertung souverän für sich entschied.
_IMG_2972Florian Haaré, der am Vormittag am längsten auf seinen Start warten musste, schwamm über 200m Brust mit 6:06,05 min. eine tolle persönliche Bestmarke.
Am Nachmittag ging es dann für die Finalisten weiter. Zuerst war wieder Laura dran, die in ihrem zweiten 100 Meter-Schmetterlingsrennen zeigte, dass sie diese Schwimmart nicht verlernt hatte. Sie steigerte sich um fast 6 Sekunden zum Vorlauf, kam in die Nähe ihrer Bestzeit, welche jedoch „nur“ zur Holzmedaille reichten. Trotzdem war sie erst einmal sehr zufrieden, denn ihre „Schokoladenstrecken“ sollten ja erst noch kommen. Weiter ging es mit Tom, der im Vorlauf über 200m Kraul hatte aufhorchen lassen, sich aber harter Konkurrenz erwehren musste. Da die ersten beiden Plätze in seinem Jugendfinale waren quasi schon vergeben waren, wurde der Kampf um Platz drei umso spannender. Tom schwamm wieder ein famoses Rennen, steigerte sich gegenüber dem Vorlauf noch einmal um 2,5 Sekunden, aber es reichte leider zum sogenannten „undankbaren“ vierten Platz. Die ersten tröstenden Worte nach dem Finale halfen Tom noch nicht so richtig, seine Enttäuschung zu verdauen. Doch ein Finale lag ja_IMG_2847 noch vor ihm an jenem Tag. In diesem Rennen, über 100m Schmetterling, machte er seinem Ärger Luft und steigerte sich mit Wut im Bauch von 1:24,20 min. aus dem Vorlauf auf 1:18,45 min. im Finale! Diese starke Leistung wurde dann auch prompt mit der Silbermedaille belohnt. Nun war der Bann gebrochen und Peggy setzte den Erfolgskurs kurz darauf fort. Im Finale der weiblichen Jugend über 100m Rücken verteidigte sie ihren 3. Platz aus dem Vorlauf. Das tat sie mit der zweitschnellsten Zeit, die sie je über diese Strecke schwamm. Und dies bedeutete ebenfalls: Auf zur Siegerehrung!
Nach einem erfolgreichen, aber auch anstrengenden ersten Tag, waren die Sportler wieder frühzeitig im Schwimmbecken des Berliner Europaparks gefragt. Einlass und einschwimmen begann täglich um sieben Uhr! Alle BVL-er hatten auch am zweiten Tag wieder ein umfangreiches Programm. Max war mit drei Vorläufen im Vormittagsabschnitt der am meisten beschäftigte und noch dazu auf_IMG_2895 anspruchsvollen Strecken: 200m Lagen, 800m Kraul und 100m Rücken. Mit seinem ersten Start (200m Lagen) haderte er etwas, lag er doch deutlich hinter seinen Erwartungen. Doch dies Scharte wetzte mit dem zweiten Start, den 800m Kraul gleich wieder aus und er war sieben Sekunden schneller als beim letzten Mal. In der offenen Wertung einen respektablen 6.Platz – damit konnte er zufrieden sein! Während andere bereits zu Mittag aßen, war er über die 100m Rücken gefragt und schwamm für ihn sensationelle 1:24,96 min., was nicht nur deutliche Bestzeit war, sondern mit 605 Punkten auch erreichen der C-Kadernorm bedeutete!
Laura, Peggy und Tom konnten am_IMG_2955 Freitagmorgen ihre Vorläufe ebenfalls gut absolvieren. Jeder qualifizierte sich jeweils über zwei Strecken für die am nachmittags stattfindenden Jugendfinals (Laura: 50m Schmetterling & 100m Kraul / Peggy: 50m Schmetterling & 50m Rücken / Tom: 200m Lagen & 50m Brust). Dies schafften die Sportler fast durchgängig in neuer persönlicher Bestzeit. Zwei sehr gute Rennen gelangen auch Florian, der über 50m Brust und 100m Rücken im Einsatz war. Auch er konnte sich hier deutlich verbessern und seine Kurzbahnzeiten vom Herbst 2014 in etwa auf die lange Bahn bringen. Auf der kurzen Brustdistanz schaffte er gute 1:17,32 min. und über 100m Rücken erreichte er eine Zeit von 2:41,95 min. Wermutstropfen für ihn war, dass er den gesamten Wettkampf mit neuer Klassifizierung bestreiten musste. Die erst unmittelbar vor dem Wettkampf vorgenommene Neuklassifizierung sah für ihn Höherstufung um zwei(!) Startklassen vor, was ihm in den neuen Startklassen deutlich weniger Punkte brachte und auch jegliche Finalchancen in weite Ferne rücken ließ. Sein Engagement und sein Teamgeist beim Wettkampf waren jedoch vorbildlich und sind auf Grund der veränderten persönlichen Situation umso höher einzuschätzen!
_IMG_3130Einen idm-Neuling im BVL-Team gab es in diesem Jahr erfreulicherweise auch: Viktor Schubert (Jg. 2003) komplettierte das Team ab Freitag. Er hatte über 50m und 100m Brust die erforderlichen Normzeiten geknackt und absolvierte seine ersten beiden Starts bei den internationalen Deutschen Meisterschaften. Mit etwas Aufregung am Start, aber mit lautstarker Unterstützung der Teamkameraden im Rücken bestand Viktor seine Premiere gut und erreichte auf der kurzen Distanz eine neue Langbahn-Bestmarke.
Der Finalabschnitt des Freitags brachte wiederum einiges an Spannung und tollen Leistungen. Im ersten Finale über 50m Schmetterling gab es erneut Edelmetall durch Peggy._IMG_3223

Sie steigerte ihre im Vorlauf erzielte Bestzeit um knapp zwei Sekunden auf 0:52,35 min. und belegte damit den 2. Platz unter den deutschen Jugendsportlerinnen. Über 50m Rücken gelang ihr dies nicht ganz. Sie schaffte zwar auch eine Steigerung gegenüber dem Vormittag, aber es wurde am Ende knapp hinter der Drittplatzierten die „Holzmedaille. Toll auch die Finalleistungen von Laura und Tom. Laura gelang über 50m Schmetterling eine deutlich bessere Zeit als am Vormittag (Platz 4 im Finale) und über 100m Kraul belegte sie mit der neuen Bestzeit 1:23,64 min. Platz 8.
Es schien ein wenig der Tag der 4. Plätze zu sein, denn Tom war im _IMG_3007200m Lagenfinale trotz starker Leistung wieder „nur“ auf diesem undankbaren Rang.
Die folgenden beiden Wettkampftage liefen ähnlich gut wie die erste Hälfte. Alle Sportler konnten ihr aktuelles Maximum abrufen. Es wurden viele weitere tolle Leistungen erreicht. Beispiele: Max’ Leistung über 400m Kraul. Er schaffte in deutlicher Bestzeit (5:32,93 min.) seine zweite C-Norm, was auch außerhalb BVL-Teams registriert wurde. Peggys Sieg über 100m Brust am Sonntagnachmittag bedeuteten ihren ersten Jugendtitel überhaupt und den ersten Jugendtitel für den BVL seit 2011. Außerdem wurde Peggy damit zur fleißigsten Medaillensammlerin des BVL (5).
Laura konnte ihre Bronzemedaille vom Vorjahr über 400m Kraul verteidigen (6:08,67 min.) und ihre Freude darüber war riesengroß.
Tom errang über 50m Schmetterling am Abschlusstag seine zweite Silbermedaille und dies in D/C-Kadernorm!_IMG_3049
Anne-Christin-Hoffmann errang im Mastersbereich 4 Titel und wurde somit zu einer der erfolgreichsten Masterssportlerinnen der 2015er Titelkämpfe.
Am Ende des Wettkampfes steht ein recht positives Fazit für die noch junge BVL-Mannschaft.
Im Jugendbereich konnte man sich gut präsentieren. Mit Max Gelhaar hat es auch wieder ein Sportler vom Jugend- in den Erwachsenbereich geschafft. In der inoffiziellen Vereinswertung unter den deutschen Mannschaften erkämpfte der BVL einen sehr guten dritten Rang.
Den Sportlern herzlichste Gratulation zu den gezeigten Leistungen!_IMG_3031
IDM 2015 – Teilnehmer des BV Leipzig:
von: Geert Jährig, Peggy Sonntag, Florian Haaré, Tom Meixelsberger, Anne-Christin Hoffmann,
hinten: Eric Werner, Laura Wrobel, Rainer Haaré, Max Gelhaar, Claudia Knoth (v. l. n. r.),
(nicht im Bild: Irina Scholich, Viktor Schubert)

Protokoll IDM 2015

Livestream der IDM 2015 in Berlin.

Ausschreibung IDM Schwimmen 2015