Paratriathlon – WM 2017 Rotterdam 15.09.2017

Zwei BVL – Asse in Holland vertreten

War  die holländische Hafenmetropole Rotterdam bereits 2016 im Vorfeld der Paralympics Austragungsort der WM, so fand im darauf folgenden Jahr 2017 das Championat wieder hier statt.  Anscheinend ist man in der ITU Fan dieser Stadt geworden. Dies hatte natürlich den positiven Effekt, dass die deutschen Sportler keine allzu langen Anreisewege mit Flug o.ä. in Kauf nehmen mussten.

In der ersten Saison nach den Paralympics in Rio werden die Karten neu gemischt, das war klar. Doch der Paralympicssieger 2016 und Europameister 2017 Martin Schulz vom BV Leipzig rechnete sich auch auf Grund guter Vorbereitung und relativ komplikationslosem Saisonverlauf einige Chancen auf den Gewinn der WM – Krone oder zumindest einer Medaille aus.  Anders sah es bei Max Gelhaar, ebenfalls BV Leipzig, aus. Der WM-Neuling kam zwar nicht ohne Erwartungen an sich nach Rotterdam, aber bei seiner Premiere stand wohl eher das Motto „Erfahrung sammeln“ ganz oben.

Die Jungs machten sich schon am Montagmittag (11.09.) auf die Reise nach Holland (das Rennen fand erst am Freitag, 15.09. statt), denn das IPC hatte sehr kurzfristig alle deutschen Starter zur internationalen Klassifizierung gebeten.

Also wurden die Hotelzimmer  1,5 Wochen vor dem Wettkampf schnell noch ein paar Tage länger als ursprünglich geplant gebucht.  Professionelle Planung sieht anders aus…. Doch damit hatten Martin und Max auch mehr Zeit, sich vor Ort an die spezifischen Gegebenheiten der Stadt zu gewöhnen.

Der Wettkampftag kam näher und am Freitagmorgen, den 15.09. war es dann soweit. Auf Grund des kühlen Wetters (die Lufttemperatur war deutlich niedriger als die Wassertemperatur) wurde der Start um eine Stunde verlegt und erst um 10.15 Uhr gestartet.  Die Athleten aller Klassen starteten am Vormittag, jeweils klassenweise etwas zeitversetzt. Zuerst war Martin in seiner Startklasse PT 5 dran.  Leider hatte er bereits am zeitigen Morgen deutliche Schmerzen im linken Fuß verspürt. Obwohl in der unmittelbaren Vorbereitung auch nicht immer alles ganz schmerzfrei lief, so war es an diesem Tag ungewohnt stark und das machte eine Laufbelastung früh unmöglich. Er wollte aber trotzdem das Rennen in Angriff nehmen, in der Hoffnung, die Schmerzen würden im Laufe des Rennens geringer und erträglich werden.Im Wasser lief es recht gut an. Martin stieg an zweiter Stelle liegend aus dem 17 Grad „warmen“ Wasser des Rhijnhaven von Rotterdam, dicht gefolgt vom ärgsten Kontrahenten, dem Kanadier Stefan Daniel und etwa eine halbe Minute hinter dem schnellen Briten George Peasegood. Auf dem Rad wurde es ein Dreikampf, denn Martin und der Kanadier Daniel schlossen zu Peasegood auf und sollten dicht beieinander auch zum zweiten Wechsel kommen. Nun kam es doch auf das Laufen an. Der Brite, nicht als laufstark bekannt, sollte schnell zurückfallen und es wäre wohl auf einen Zweikampf Daniel – Schulz angekommen. Wäre…..,doch dazu kam es wie befürchtet nicht. Martin gab nach ca. 500 Metern Laufstrecke verletzungsbedingt auf.  Die Schmerzen waren so stark, dass eine Fortsetzung des Rennens und damit ein erhoffter Medaillengewinn schlicht und einfach nicht möglich waren.

So tragisch es bei dem Einen läuft, so gut lief es bei dem Anderen.  Max ging etwas später in den Wettkampf der Klasse PT 3 und erwischte gleich einen guten Start. Seine schwimmerische Stärke konnte er voll einsetzen, er ging nach 11:55 Minuten im Wasser als Zweiter seiner Startklasse auf das Rad. In führender Position war der Spanier Molina, der schwimmerisch überlegen war und diese Führung bis zum Ende nicht mehr hergeben sollte.  Spannender war es dahinter auf den zwei bis vier. Max konnte auf dem Rad seinen Vorsprung auf  Platz drei und vier einigermaßen halten. Mit mehr als einer Minute Vorsprung auf die Verfolger ging er auf die abschließende 5 Kilometer lange Laufstrecke. Diese bewältigte er gut, jedoch muss er den noch deutlich schnelleren Australier Godfrey passieren lassen, der Max zu Beginn der zweiten Laufrunde überholte.  Nach 1 Stunde, 15 Minuten und  19 Sekunden kam Max als Dritter überglücklich ins Ziel und konnte seinen Erfolg anfangs kaum fassen. Damit ist er der zweite Sachse, der im Paratriathlon international erfolgreich ist und auch der zweite Paratriathlet, der dem BV Leipzig angehört.