15. Jahre BVL

 

 

 


15 Jahre Behindertensportverein Leipzig

Im Oktober dieses Jahres bestand der Behindertensportverein Leipzig e.V. (BVL) 15 Jahre. Aus diesem Anlass wurde am 12. November 2005 in der Sporthalle der Wladimir-Filatow-Schule für sehschwache und Blinde in Leipzig Grünau eine Festveranstaltung durchgeführt, an der über 100 Mitglieder des Vereins teilnahmen.
Interessiert lauschten die Gäste und Vereinsmitglieder den Worten des Vereinsvorsitzenden Geert Jährig, der in einem Abriss die letzten 15 Jahre zurückverfolgte.

Damals, kurz nach der politischen Wende, der Phase der Veränderung der Strukturen auch im Sport standen die damalige “Sektion Versehrtensport” der BSG Chemie Leipzig am Scheideweg. Sie entschieden sich, ihre Traditionen und großen Erfolge in einem neu zugründenden Sportverein für Behinderte fortzusetzen. In den Sportarten Schwimmen, Sitzball (später Sitzvolleyball), Goalball und im sog. Versehrtensport konnte man bereits auf viele erfolgreiche Jahre zurückschauen. In seinen Ausführung nannte Geert Jährig die zahlreichen Meilensteine in der Entwicklung des neuen Vereins und erinnerte an die Wegbereiter und Aktiven der ersten Stunden. Einige der aktivsten Mitgestalter wurden an diesem Tag auf Antrag des BVL durch den Sächsischen Behinderten- und Versehrtensportverband ausgezeichnet. Alle diejenigen Vereinsmitglieder, die den BVL in den 15 Jahren seines Bestehens durch ihre aktive Mitarbeit auf unterschiedlichstem Gebiet, ob als Übungsleiter, Betreuer, Sportler besonders unterstützt haben, wurden mit einem extra Dankeschön, in Form von kleinen Präsenten bedacht. Wer kennt sie nicht, die Sportfreundin Dr. Anne-Christin Hofmann
und die Sportfreunde Manfred Ohme, Herbert Zimmermann, Dr. Eckhart Brunner, Wolfram und Olaf Sperling sowie andere, die alle noch aktive Vereinsmitglieder sind.
Übungsleiter wie Günter Erdmann, Dr. Hanno Mertens (Schwimmen), Tilo Garlin (Sitzvolleyball) und Rainer Wendrich (Goalball) seien hier nur stellvertretend für viele andere genannt, waren die Wegbereiter für zahlreiche Erfolge der Wettkampfsportler.
Die Sportfreundinnen Gisela Richter, Karin Bartmuß, Kristina Sperling, Grit Jährig und Gisela Schimang und die Sportfreunde Wolfram und Olaf Sperling, Rainer Nicklisch und andere waren und sind beim Reha-Schwimmen, bei der Wassergymnastik oder in der Gruppen der geistig Behinderten aktiv und bilden Stützpfeiler des Vereins.
An dieser Stelle können nur stellvertretend einige Namen unserer Aktivposten genannt werden. Heute sorgen diese und neue Übungsleiter wie Trainer wie Anke Tanz, Peggy Czaja, Margit Meerbote, Claudia Knoth und andere für die Realisierung der Übungs- und Trainingseinheiten im Verein. In den vergangenen Jahren rückten die Wettkampfsportler immer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Namen wie
Kay Espenhayn, Geert Jährig, Thomas Grimm, Uwe Köhler, Claudia Knoth, Christian Goldbach (alle Schwimmen) und Stefan Wischnewski mit dem Team der
Sitzvolleyballer vertraten den Verein und das Land Sachsen erfolgreich bei nationalen Vergleichen und Turnieren, bei Europa- und Weltmeisterschaften und Paralympics. In jedem Jahr seines Bestehens konnten BVL-Sportler zu internationalen und überregionalen Meisterschaften antreten. Sie errangen dabei auf internationalen Parkett insgesamt 61 Medaillen, zahlreiche Welt- und Europarekorde, erhielten dafür Anerkennung und Auszeichnung durch die Sportverbände, die Stadt Leipzig, den Freistaat Sachsen und der Bundesregierung. Bei der Wahl zum Sportler des Jahres der Stadt Leipzig errangen Kay Espenhayn und Stefan Wischnewski ausgezeichnete Plätze. Die leider bereits verstorbene Kay Espenhayn wurde sogar 1996 die sächsische Sportlerin des Jahres. Die Sitzvolleyballer zählen heute zu den Besten in Deutschland und haben bei Deutschen Meisterschaften stets eine Medaille im Visier.
Stefan Wischnewski und Sandy Lietz errangen mit der Nationalmannschaft großartige Ergebnisse. Die Sportler Christoph Herzog und David Krause wurde in die
Nationalmannschaft der Junioren berufen und errangen bei der 1. WM 2005 den 4. Platz. Bei den Schwimmern sorgt die Jugendfördergruppe unter Cheftrainerin Anke Tanz für Furore im Nachwuchsbereich und auch hier stellen sich großartige Erfolge ein,
die für die Zukunft hoffen lassen. Stefanie Weinberg, Susann Roscher, Martin Schulz und andere sorgen serienweise für hervorragende Ergebnisse.
Dies ist nur ein kleiner Auszug aus der positiven Bilanz der letzten Jahre.
Ein Grund zum Feiern war also für die anwesenden Vereinsmitglieder gegeben und bei einem kleinen Imbiss und einem Glas Sekt wurde auf weitere
erfolgreiche Jahre angestoßen. Untermalt wurde die Veranstaltung mit einem sportlichen Vereinsquiz, einer Spaß-Olympiade nicht nur für Kinder und einem
Demonstrationsspiel der Sitzvolleyballer. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Showeinlage der Rollstuhlkarategruppe von Shotokai Leipzig.
Sie demonstrierten, wie gut Behinderte und Nichtbehinderte miteinander kooperieren können und dass Rollstuhlfahrer längst nicht so wehrlos sind wie man annehmen könnte. Nun visiert der Behindertenspotverein Leipzig das 20 jährige Bestehen im Jahr 2010 an.

Tilo Garlin

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© Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 23. September 2005

Ein Kapitel Olympia

Während die einen auf der Bühne schon feierten, stieg bei den meisten anderen die Nervosität, bis der letzte der zehn Gewinner der “Aktion 20 x 12” ausgerufen wurde:
Der Jubel beim Turn- und Gymnastikverein fiel dafür umso stärker aus. “Wahnsinn, ich hatte ganz weiche Knie”, sagte Matthias Taudin.
Dessen Club sich neben dem SC DHfK, der SG LVB, MoGoNo, dem Kanu- und Judoclub, dem ATV sowie dem Leichathletikzentrum, dem Behindertensportclub und dem Kampfsport- und Fitnessclub über die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung als aktivster Leipziger Sportverein freuen konnte.
Insgesamt hatten sich 61 Vereine beworben. Eine Jury aus Vertretern von Stadtwerke, Stadtsportbund, Olymppia-Stützpunkt (OSP) und Regionalschulamt kürte die Sieger.
“Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen”, sagte Marion Danneboom von den Stadtwerken. Letztlich musste sie aber doch gefällt werden. Die Juroren bewerten Maßnahmen zur Talentsichtung, die Anzahl der Athleten, die in den vergangenen Jahren offiziellen Kaderstatus erreicht hatten, sowie die Wettkampferfolge.
Mit den prämierten Vereinen erhielten auch solche, die in der ohnehin schon nicht üppigen Sponsorenlandschaft noch weniger gesegnet sind, eine Zuwendung.
Besonders freute sich der Behindertensportverein: “Kaum ein Sponsor will sich im Behindertensport engagieren und durch die Haushaltssperre der Stadt trifft es uns doppelt”, sagte Anke Tanz: ” Die Aktion sollte auf jeden Fall fortgeführt werden, denn es ist wichtig, dass man die Vereine so untereinander motiviert.” Bereits im vergangenen Jahr war bei der Aktion – ein Überbleibsel aus der gescheiterten Olympiabewerbung für 2012 – Leipzigs aktivste Schule ausgezeichnet worden. Die Schüler des Leibniz-Gymnasiums freuen sich seitdem beispielsweise über ein eigenes Fitnesscenter. Wie die diesjährigen Gewinner das Geld verwenden werden, stand bei den meisten fest:
“Es gibt viel zu tun, wir werden einen Teil des Geldes in unsere Anlage investieren”, sagte Gerhard Langner, Vereinspräsident vom ATV. Insgesamt käme die Förderung, so hatte es OSP-Leiter Winfried Nowack in seiner Laudatio errechnet, 3300 Kindern in den genannten Vereinen zu Gute. Eine gute Investion.

mh